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Bleaching

Information der Zahnärztekammer Hamburg

Zahnfarbe aufhellen

Strahlend weiße Zähne wirken gesund und strahlen Optimismus, Erfolg und Lebensfreude aus. Leider folgt die Natur nicht immer diesem Wunschbild und es muss ein wenig „nachgeholfen“ werden. Die Zahnmedizin hält heute verschiedene Verfahren für die Zahnaufhellung bereit. Und auch in Drogerien und Supermärkten erhalten Sie Produkte, die strahlendes Zahnweiß versprechen. Was steckt nun hinter der Vielfalt von Angeboten? Welches Verfahren eignet sich gut und was muss man beim Bleaching beachten? 

Erst informieren, dann handeln

Jeder Mensch hat seine individuelle Zahnfarbe. Darüber hinaus können sich Zähne aus sehr verschiedenen Ursachen mit der Zeit verfärben. Wenn Sie mit Ihrer Zahnfarbe unzufrieden sind, ist es daher sinnvoll, erst einmal Ihren Zahnarzt aufzusuchen, um die Gründe für die Verfärbungen ausfindig zu machen. 

Wodurch entstehen Verfärbungen?

Die wohl bekannteste Ursache von Zahnverfärbungen sind Einlagerungen von Farbstoffen aus Kaffee, Tee, Rotwein oder Tabakrauch, aber auch aus Nahrungsmitteln wie Fruchtsäften oder Gewürzen in vorhandene Zahnbeläge oder direkt in die Zahnoberfläche.  Auch eisen- und nitrathaltige Medikamente können die Zahnfarbe beeinflussen.

Neben diesen äußeren Verfärbungen an der Zahnoberfläche (extrinsisch) kann sich die Zahnfarbe auch vom Zahninneren her ändern (intrinsisch). Bereits während der Zahnentwicklung in der Kindheit können sich Farbstoffe in den Zahn einlagern. Spätere Ursachen für Verfärbungen können Medikamente (Tetrazyklin), aber auch Blut- oder Lebererkrankungen sein. Hierbei gelangen die Farbstoffe über das durchblutete Gewebe im Zahninneren (Zahnnerv, Pulpa) in den Zahn. 

Innere Verfärbungen können auch in Folge von Schlagwirkungen (Einblutung), durch Füllungsmaterialien (Amalgam) oder an „toten“, wurzelkanalbehandelten Zähnen (Blutpigmente, Füllmaterial) auftreten. Wurzelkanalbehandelte Zähne dunkeln häufig nach. Nicht zuletzt können Zahnverfärbungen auch altersbedingt eintreten. Wenn sich die äußere Schutzschicht des Zahnes, der helle Zahnschmelz, abnutzt und dünner wird, scheint das darunter liegende gelbliche Dentin durch.

Bleichen von Einzelzähnen: Wurzelbehandelte Zähne verfärben sich nicht selten im Laufe der Zeit. Wenn die Zähne im sichtbaren Bereich liegen, führt das zu ästhetischen Beeinträchtigungen. Hier kann ein gezieltes Bleaching in der Zahnarztpraxis Abhilfe schaffen.

Vor dem Bleaching: Professionelle Zahnreinigung

Zähne verfärben sich auch durch dünne, kaum sichtbare Zahnbeläge an der Zahnoberfläche. Deshalb ist es immer empfehlenswert, vor jedweder Zahnaufhellung eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen zu lassen. Dabei werden die Zähne mit Spezialinstrumenten in der Zahnarztpraxis gereinigt. Allein dadurch ergibt sich oft schon eine spürbare Aufhellung der Zähne, was das Bleaching möglicherweise sogar überflüssig macht. Abgesehen davon ist eine PZR vor dem Bleaching ohnehin angezeigt, da eventuell vorhandene Zahnbeläge zu unbefriedigenden Ergebnissen beim Bleichen führen können.

Das Bleaching

Beim Bleaching (Bleichen) werden die störenden Farbpigmente am oder im Zahn durch ein Bleichmittel zerstört. Als Bleichmittel kommen meist Gele mit Carbamid- oder Wasserstoffperoxid zum Einsatz. Vitale (lebende) Zähne lassen sich nur über die Zahnoberfläche bleichen, da das Gewebe im Zahninneren, die Pulpa, noch „lebt“. Devitale (wurzelkanalbehandelte) Zähne können auch durch Einlage von Bleichmitteln in die Wurzelkanäle von innen gebleicht werden. Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Verfahren: das In-Office-Bleaching (Bleaching in der Zahnarztpraxis) und das Home-Bleaching (Bleaching zu Hause).

Bleaching in der Zahnarztpraxis

Beim Bleichen in der Zahnarztpraxis werden Präparate mit hohen Wirkstoffkonzentrationen zur Anwendung gebracht. Je nach konkretem Bleichverfahren werden auch Bestrahlungslampen (Licht und/oder Wärmezufuhr) eingesetzt, die das Bleichmittel aktivieren. Das Zahnfleisch wird durch Schutzpasten und Spanngummi (Kofferdam) geschützt. Nach dem Bleichen werden die Zähne fluoridiert. Durch die hochkonzentrierten Präparate wird der Bleichprozess gegenüber allen anderen Bleaching-Verfahren erheblich beschleunigt und das Ergebnis kann sofort kontrolliert werden. Das Bleaching in der Zahnarztpraxis eignet sich besonders für das Aufhellen hartnäckiger Verfärbungen.

Internes Bleichen (Walking Bleach)

Abgedunkelte wurzelkanalbehandelte Zähne werden von innen gebleicht. Dabei werden die Wurzelkanäle geöffnet, mit Bleichmittel gefüllt und temporär verschlossen. Nach einigen Tagen wird in einer zweiten Sitzung das Ergebnis kontrolliert: Lässt der Effekt noch zu wünschen übrig, wird das Bleichen wiederholt. Ist der Zahn zufriedenstellend aufgehellt, wird das Bleichmittel entfernt und der Zahn wieder mit einer Füllung versehen.

Bleaching zu Hause

Für die Anwendung zu Hause werden Bleichmittel niedrigerer Konzentration eingesetzt. Um den Aufhelleffekt zu erzielen, muss deshalb die Einwirkzeit auf den Zahn verlängert werden. Hierfür gibt es sogenannte Trägerschienen, die - mit Bleichgel gefüllt - über Nacht oder stundenweise am Tag getragen werden müssen. Dieses Procedere wird nach Anweisung Ihres Zahnarztes über eine gewisse Zeit wiederholt.

Die Trägerschienen werden individuell angefertigt. Zunächst wird in der Zahnarztpraxis ein Abdruck der zu bleichenden Zähne genommen. Dieser Abdruck dient dann als Vorlage für die Herstellung der individuellen Schiene in einem Zahnlabor.

Das Home-Bleaching ist eine preisgünstigere und gute Alternative zum aufwändigeren Office-Bleaching.

Haltbarkeit

Welche Erfolgschancen hat das Bleaching? Wie lange hält das Weiß?

Bleaching ist eine hervorragende Möglichkeit, das eigene Wohlbefinden durch schöneres Zahnweiß zu steigern. Trotzdem lässt sich das Ergebnis nicht sicher voraussagen. Wie stark Zähne gebleicht werden, hängt von vielen Faktoren ab. Hochkonzentriertes Bleichmittel aus der Zahnarztpraxis bleicht intensiver als niedrigkonzentrierte Drogerieprodukte. Aber auch die Art der Verfärbung hat einen Einfluss: Gelblich-bräunliche Verfärbungen sprechen besser auf das Bleichen an als bläulich-graue. Durch Medikamente verursachte Verfärbungen (Tetrazyklin) können oft nicht vollständig beseitigt werden.

Wie lange das neue Zahnweiß hält, darüber gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Das hängt auch von der individuellen Situation des Patienten ab - Mundflora, Mundhygiene, Allgemeinerkrankungen, Ernährungsgewohnheiten, Genussmittel haben hier einen Einfluss. Erfahrungswerte zeigen, dass das Bleaching nach 1-3 Jahren wiederholt werden sollte, will man das Zahnweiß erhalten.

Bleaching aus der Drogerie

Zahnaufheller werden auch in Drogerien, Apotheken und Supermärkten zur kostengünstigen Selbstbehandlung angeboten. Diese Gele, Lacke und Klebestreifen unterscheiden sich von den „professionelleren“, in der Zahnarztpraxis verwendeten Mitteln meist durch eine niedrigere Konzentration der bleichenden Substanzen, was den Aufhelleffekt beeinflusst.

Weißmacher-Zahnpasten

Zahnpasten, die eine Aufhellung versprechen, enthalten oft einen hohen Anteil an mechanischen Putzkörpern. Diese schleifen dann nicht nur Zahnbeläge, sondern auch gesunde Zahnsubstanz ab, was insbesondere bei freiliegenden Zahnhälsen zu Substanzverlust führt. Auch Zahnpasten mit chemischen Aufhellern sind nicht uneingeschränkt empfehlenswert. Lassen Sie sich in Ihrer Zahnarztpraxis beraten.

Nebenwirkungen

Das Bleaching sollte grundsätzlich immer unter Kontrolle Ihres Zahnarztes durchgeführt werden - auch wenn es sich „nur“ um Produkte aus der Drogerie handelt. Wichtig ist eine gute Vorbereitung in der Zahnarztpraxis und die Beachtung der Anwendungsvorschriften für die Bleichmittel. Während der Behandlung kann es zu Schmerzen, Schleimhautbrennen und erhöhten Empfindlichkeiten an Zahn und Zahnfleisch kommen - Symptome, die aber mit der Zeit wieder verschwinden. Bleichmittel können die Oberflächenhärte des Zahnes vermindern - eine Fluoridierung nach der Behandlung härtet den Zahn neu. Beim Homebleaching sollte darauf geachtet werden, dass überschüssiges Bleichgel gründlich entfernt wird und möglichst nicht in Kontakt mit dem Zahnfleisch kommt. Das kann zu Zahnfleischreizungen führen.

Füllungen und Zahnersatz

Füllungen, Kronen und Brücken werden durch das Bleichen farblich kaum beeinflusst und erscheinen nach dem Bleaching dunkler als die aufgehellten Zähne. Füllungen im sichtbaren Bereich müssen daher nach der Behandlung ausgetauscht werden. Dabei ist zu beachten, dass frühestens 1-2 Wochen nach der Bleichbehandlung eine neue Kompositfüllung gelegt werden darf.

Kosten

Bleaching gilt als kosmetische Behandlung, gehört nicht zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen und muss daher privat bezahlt werden. Auch Privatversicherte erhalten in der Regel keine Kostenerstattung.
Die Preise können je nach Bleachingverfahren und individuellem Aufwand in der Zahnarztpraxis stark differieren.

Was muss man beachten und wann ist vom Bleaching abzuraten?

Grundsätzlich sollten nur gesunde Zähne gebleicht werden. Vor dem Bleichen sollten Karies beseitigt, Zahnfüllungen und Zahnersatz kontrolliert (ggf. erneuert) und eine Professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden.

Abzuraten ist ein Bleaching bei

  • Schwangeren (vorbeugender Gesundheitsschutz)
  • Kindern und Jugendlichen
  • Überempfindlichen Zähnen
  • Allergien/Unverträglichkeiten gegen Bleichmittel

Freiliegende Zahnhälse werden vom Bleichmittel angegriffen und müssen beim Bleaching abgedeckt werden.


Diese Informationen auf Papier ...

... bekommen Sie unter Umständen bei Ihrem Hamburger Vertragszahnarzt.

Verlag

Dentalisverlag Benn Roolf, Radenzer Str. 21, 12437 Berlin,

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Dentalisverlag Benn Roolf, Radenzer Str. 21, 12437 Berlin, www.dentalisverlag.de

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