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Zahnfüllungen

Füllungsmaterialien

Mit Füllungen den Zahn erhalten

Wenn Karies dem Zahn zusetzt

In der übergroßen Nochzahl der Fälle werden Zähne durch Karies geschädigt. Karies ist ein Prozess, bei dem der gesunde Zahn durch säurehaltige Ausscheidungsprodukte schädlicher Bakterien Zug um Zug entmineralisiert wird. Zurück bleibt eine poröse Masse zerstörter Zahnsubstanz, die „Karies“. Wird der Prozess nicht gestoppt, vergrößern sich die Defekte immer weiter.

Die Behandlung besteht darin, die zerstörte Zahnsubstanz zu entfernen und die entstandenen Karieslöcher mit einem geeigneten Material zu füllen. Als Füllungsmaterial kommen entweder plastische Materialien oder sogenannte Einlagefüllungen zum Einsatz. Die Materialien unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, der Eignung für bestimmte Einsatzzwecke, der Ästhetik, der Haltbarkeit und nicht zuletzt im Aufwand bei der Verarbeitung.

Neben den hier vorgestellten Füllungsmaterialien gibt es weitere Alternativen, die aber entweder von geringer Haltbarkeit sind (Glasionomerzemente werden im Milchzahngebiss und für Provisorien verwendet) oder nur noch selten eingesetzt werden (Goldhämmerfüllungen).

Kariesproblemzonen und mögliche Füllungsmaterialien

Kariesproblemzonen sind meist die Areale, die durch die Zahnreinigung schwer erreichbar sind und in denen sich schädliche Bakterien entwickeln können. Mit steigendem Alter verlagert sich das Kariesgeschehen: Es gibt nun häufiger Probleme mit Zahnhals-/Wurzelkaries und Karies in Zahnzwischenräumen.

Füllungsmaterialien

Plastische Materialien

In den meisten Fällen werden Karieslöcher mit formbaren Materialien wie Amalgam oder Kunststoff versorgt.

AMALGAM ist preiswert, leicht zu verarbeiten und besitzt beste Materialeigenschaften. Nachteilig ist die metallische Ästhetik und der mitunter hohe Verlust gesunder Zahnsubstanz bei der Präparation des Zahnes. Daneben gibt es Diskussionen um mögliche Gesundheitsgefahren (s. Infokasten).

KUNSTSTOFFE gibt es in verschiedenen Varianten. Wer kein Amalgam möchte, findet in KOMPOSITEN eine nahezu gleichwertige Alternative. Komposite bestehen zu ca. 20% aus Kunststoffen und ca. 80 % aus feinsten Glasteilchen. Die Verarbeitung ist aufwändig: Der Zahn muss trockengelegt werden, das Material wird in dünnen Schichten aufgetragen und nach jedem Auftrag mit speziellem Licht gehärtet. Kleine Defekte können mitunter in einem Arbeitsschritt versorgt werden. Vorteile sind die zahnfarbene Ästhetik und der geringe Verlust an Zahnsubstanz bei der Präparation. Nachteilig sind mögliche Verfärbungen im Laufe der Zeit und die etwas geringere Haltbarkeit unter Kaudruck.

KOMPOMERE bestehen aus Kunststoff und mineralischem Zement, sind unkomplizierter in der Verarbeitung, dafür aber nicht so stabil und langlebig wie die Komposite. Sie eignen sich für kleine Frontzahnfüllungen, Provisorien und Milchzahnfüllungen.

Amalgamfüllungen
Kompositfüllung

Einlagefüllungen

Einlagefüllungen sind feste „Einlagen“, die für große Defekte im Seitenzahnbereich geeignet sind. Als Material kommen meist Gold oder Keramik, seltener Kunststoff zum Einsatz. Sie werden im zahntechnischen Labor oder mit Computertechniken in der Zahnarztpraxis gefertigt und dann mit Zement (Gold) oder Kleber (Keramik) im Zahn befestigt. Sowohl Gold als auch Keramik gelten als sehr bioverträgliche Materialien. Je nach Größe und Lage spricht man bei Einlagefüllungen von Inlays, Onlays oder Overlays.
GOLDINLAYS gelten als die langlebigste und solideste Versorgung. Das Material ist einerseits robust, um den hohen Kaubelastungen standzuhalten, aber andererseits weich genug, um beim Zusammenbiss den gegenüberliegenden Zahn nicht zu schädigen. Nachteilig sind das metallische Aussehen und die Tatsache, dass Gold Temperaturreize in den Zahn leitet.
KERAMIKINLAYS bieten eine perfekte zahnfarbene Ästhetik und leiten keine Temperaturreize in den Zahn. Die hohe Härte des Materials kann aber unter ungünstigen Umständen den gegenüberliegenden Zahn abreiben. Zähneknirscher sollten sich eine entsprechende Schiene anfertigen lassen.

Gefahren durch Amalgam?

Amalgam entsteht durch Vermischen eines Legierungspulvers (Silber, Zinn, Kupfer u. a.) mit dem flüssigen Quecksilber zu einer plastischen Masse, die nach kurzer Zeit erhärtet. Der Quecksilberanteil im Amalgam beträgt rund 50 %. Amalgamfüllungen geben ständig Quecksilber in kleinen Dosen in den Körper ab. 

Das Besondere am Quecksilber ist, dass es im Gegensatz zu anderen Giften teils langandauernd im Körper (Fettgewebe, Niere) gespeichert wird. 

Bei der Frage, wie Quecksilber im Körper wirkt, gibt es trotz aller Forschung noch große Wissenslücken. Auf der anderen Seite gibt es - mit Ausnahme der seltenen Amalgamallergie - bislang keine wissenschaftlichen Beweise für schädliche Wirkungen des Quecksilbers aus Amalgamfüllungen. Daher haben die zahnärztlichen Fachgesellschaften, die Zahnärztekammern und KZVen bislang auch keine Einwände gegen die Verwendung des Amalgams. Aus vorbeugendem Gesundheitsschutz wird jedoch empfohlen, Amalgam nicht bei Schwangeren, Kindern und Patienten mit Nierenfunktionsstörungen zu verwenden.

Zähneknirschen

Das Zähneknirschen (Bruxismus) führt bei natürlichen Zähnen zum Abrieb der Zahnsubstanz und gefährdet auch die Zahnfüllungen. Bei Amalgamfüllungen wird der Quecksilberausstoß erhöht, Kunststofffüllungen können abplatzen und Keramikinlays können durch ihre höhere Härte den Gegenzahn verstärkt abreiben. Wenn Sie Knirsch- und Pressbewegungen an sich feststellen, lassen Sie sich eine sogenannte „Knirscherschiene“ anfertigen, mit der die schädlichen Bewegungen abgefangen und die Zähne geschützt werden können.

Füllungsmaterialien im Überblick

  • *Frontzähne sind die Schneide- und Eckzähne, als Seitenzähne gelten alle anderen Zähne mit Ausnahme der Weisheitszähne
  • **Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), www.dgzmk.de, Stand: Juni 2012
  • ***Die angegebenen Werte sind rein statistischer Natur und gelten nur für den kaudruckbelasteten Bereich. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt im Einzelfall von den individuellen Gegebenheiten ab (Lage, Größe, Verarbeitung, Zahnpflegeverhalten) und kann die angegebenen Werte deutlich unter- aber auch überschreiten.

Kosten

Leistungen der GKV

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im sichtbaren Frontzahnbereich* die Kosten für zahnfarbene Kompomer- oder Kompositfüllungen und im Seitenzahnbereich die Kosten für Amalgamfüllungen. Bei Amalgamallergie oder Niereninsuffizienz trägt die GKV die Kosten für Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich (Allergiker müssen einen Allergietest nachweisen).

Nochkostenvereinbarungen

Gesetzlich Versicherte können eine andere als die von den gesetzlichen Kassen angebotene Standardversorgung wählen. In diesem Fall werden von der Zahnarztpraxis die Kosten für die Standardversorgung mit der Krankenkasse abgerechnet und die darüber hinausgehenden Nochkosten muss der Patient selbst tragen.

Hinweise

Vorsorge ist die beste Therapie

Die beste Füllung ist diejenige, die gar nicht erst gelegt werden muss. Auch wenn die Neigung, Karies zu entwickeln, individuell verschieden ausfallen kann, lässt sich doch über eine gute Zahnpflege viel tun, um Karies vorzubeugen.

Nutzen Sie die halbjährlichen Kontrolluntersuchungen in der Zahnarztpraxis, denn hier können etwaige Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ein kleines Kariesloch frühzeitig zu füllen, schont wertvolle Zahnsubstanz und bereitet auch weniger Behandlungsschmerz.

Eine gute Vorbeugung gegen Karies bietet auch die Professionelle Zahnreinigung, bei der Zahnbeläge an für die häusliche Zahnpflege schwer zugänglichen Stellen entfernt werden. Damit sinkt die Bakterienbelastung und die Gefahr, Karies zu entwickeln.


Diese Informationen auf Papier ...

... bekommen Sie unter Umständen bei Ihrem Hamburger Vertragszahnarzt.

Verlag

Dentalisverlag Benn Roolf, Radenzer Str. 21, 12437 Berlin,

Bildnachweise

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  • Bilder 3-6: Zahnarzt Jens Füting